TSV 2. Mannschaft : Kirchheim II in der Landesliga 2022

 


Deutliche Niederlage beim Tabellenführer

 

Nach der knappen und in Vollbesetzung zweifellos vermeidbaren Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Bretten setzte es nun für die zweite Mannschaft des TSV Grötzingen bei der SG Kirchheim II eine letztlich doch herbe Klatsche von 239,05 : 254,85. Bereits beim Einturnen zeigte sich, dass die Karlsruher Jugendturner mit der auswärtigen Bodenbahn nicht wirklich gut zurechtkamen: 42,85 Punkte bedeuteten das mit Abstand schlechteste Saisonergebnis an diesem Gerät, die sonst erbrachten „45 plus X“ hätten zu einem Duell auf Augenhöhe allemal gereicht. 

 

Die folgenden 3 Geräte liefen nicht optimal, aber annehmbar: Pauschenpferd wurde knapp gewonnen, Ringe und Sprung wurden nicht viel deutlicher verloren, alles schien noch offen. Am Barren war es dann allerdings vorbei mit der Herrlichkeit: Der sonst so sichere Leo Huber stürzte bei der halben Drehung aus dem Handstand schmerzhaft aufs Gerät, was neben fälligem Abzug und blauen Flecken auch zur Aberkennung des Elements und damit zu einem empfindlichen Penalty von 4 Punkten führte. Letztere „Höchststrafe“ gab es auch für Julius Kramer: Eines seiner Elemente wurde vom Kampfgericht als in der Badenliga ungültig erkannt – zwar zugehörig zu den so genannten „Nationalen Elementen“, aber eben nicht zum hier relevanten „Baden-Code“. Da Justus Weiss dasselbe Übungsteil zeigen wollte, war hier schnelles Improvisieren gefragt – was auch halbwegs gelang, jedoch auf Kosten der Ausführung. So gab es in der Holmengasse ein Debakel mit insgesamt 8 Punkten Rückstand.

 

Der zuvor durchaus spannende Wettkampf war damit bereits vor dem abschließenden Reckturnen faktisch entschieden. Die Turner aus der Fächerstadt ließen jedoch den Kopf nicht hängen und zauberten noch einmal über 40 Punkte aufs Parkett – was allerdings nicht annähernd reichte, um die hier bärenstark aufturnenden Kirchheimer in Bedrängnis zu bringen. Hier wusste einmal mehr der erst 13jährige Heidelberger Bundeskaderturner David Dik zu gefallen, der nach Tsukahara-Abgang von den Ringen und Doppelsalto gehockt vom Barren seine Übung am Königsgerät spektakulär mit einem gestreckten Doppelsalto beendete – und trotzdem nur die zweithöchste Wertung an diesem Gerät erzielte: Sein Mannschaftskamerad Jan-Ole Fischer erreichte noch einmal 5 Hundertstelpunkte mehr und sicherte sich damit auch den Sieg in der inoffiziellen Einzelwertung, dicht gefolgt vom einmal mehr eifrigsten Grötzinger Punktesammler Julian Bertsch und dem erneut soliden Nikolai Parkin.

 

Nun bleibt noch eine Woche Zeit, um im Training vielleicht noch das eine oder andere Ass im ärmellosen Trikot unterzubringen. Da man am Grollenberg nun mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun haben wird (und mit dem Abstieg sowieso nicht), ist befreites Turnen angesagt. Man darf gespannt sein, was der jungen Truppe zum Ligafinale in Wyhl am kommenden Wochenende noch einfällt. 

 

JR