TSV 2. Mannschaft : Rastatt in der Landesliga 2022

 


2. Mannschaft des TSV Grötzingen startet erfolgreich in die Landesligasaison 2022

 

Geschlagene 2 Jahre nach dem Saisonabbruch 2020 durfte die Jugend des TSV endlich wieder zeigen was sie kann – und das war nicht wenig, bzw. für die Rastätter Gastgeber allemal zu viel des Guten: Mit fast 30 Punkten Vorsprung (250,95:220,65) und 10:2 Gerätpunkten triumphierten die jungen Wilden (mit geringfügiger etwas erfahrenerer Unterstützung). 

 

Doch der Reihe nach: Die ungewohnte Umgebung der gemütlichen Rastatter Jahnhalle stellte die Nachwuchsriege (vier Turner des Jahrgangs 2006 und zwei weitere U20) erwartungsgemäß vor athletische und mentale Herausforderungen, da der heimische Gerätesatz eben doch ein bisschen mehr hergibt (insbesondere Federkraft des Schwingbodens), und vor allem die Abwesenheit der Schaumstoffgrube unter dem Reck doch sichtlich hemmend wirkte. Dabei war die Rastätter Ausstattung keinesfalls schlecht und allemal wettkampfkonform – aber wenn man den Luxus gewohnt ist, machen sich 2 Jahre Wettkampfabstinenz doppelt und dreifach bemerkbar.

 

Entsprechend begann Trainer Lazar Bratan das Einturnen auch mit einer sehr ausgedehnten Reckeinheit, bis die anfängliche Verkrampfung sich zu lösen begann, und auch die ersten ordentlichen Abgänge „auf hart“ gezeigt wurden. Der Wettkampf begann dann ordnungsgemäß am Boden, wo beide Mannschaften mit soliden Übungen aufwarteten, die TSV-Turner aber allesamt schwierigere Inhalte zeigten und so bereits einen deutlichen 5-Punkte-Vorsprung herausholen konnten.

 

Insbesondere Julian Bertsch wusste mit gelungen Schraubensalti und sicheren Landungen zu gefallen.

Am Pauschenpferd musste dann doch der eine oder andere Absteiger hingenommen werden – der sich aufgrund der Möglichkeit zur „Streichwertung“ (schlechteste Übung fällt raus) aber nicht gravierend im Gesamtergebnis niederschlug, zumal die Rastätter ebenfalls Federn lassen mussten. Altmeister Jens Rudat, startberechtigt wegen verletzungsbedingt nur sporadischem Bundesligaeinsatz im Vorjahr, steuerte die Höchstwertung am störrischen Gaul bei und erhöhte den Vorsprung auf 13 Punkte.

 

An den Ringen ergab sich ein fast ausgeglichenes Bild: Hier zeigte der Rastätter Senior Patrick Dietsche mit zwei bemerkenswerten Kreuzhängen deutlich die Kraftdefizite des Grötzinger Nachwuchses auf. Trotzdem konnte auch dieses Gerät „nach Hause gefahren werden“, nicht zuletzt dank einer starken Leistung von José Luis Glage, der die Riemchen eigentlich schon an den Nagel gehängt hatte und ein sehr erfreuliches Comeback feiern konnte.

 

Nach der Halbzeitpause ging der Sprungdurchgang verdientermaßen an die Gastgeber. Hier müssen die Turner aus der Fächerstadt eindeutig aufstocken, vier simple Handstand-Überschläge sind heutzutage einfach zu wenig. Am Barren konnte aber gleich Wiedergutmachung betrieben werden, zum einen dank eines weiteren gelungenen Auftritts von Julian Bertsch, zum anderen wegen eines zweiten, kaum noch für möglich gehaltenen Comebacks: Norwegen-Heimkehrer Justus Weiss turnte seinen ersten Wettkampf seit rund einem Jahrzehnt, und das à la bonne heure an Barren und Reck.

Highlight am Königsgerät war allerdings die Übung von Julius Kramer, der mit einem „betonierten“ Doppelsalto einen würdigen Schlusspunkt unter einen gelungenen Ligaauftakt setzte.

 

Bester Einzelturner des Wettkampfes war Nikolai Parkin, der heimlich, still und leise seinen Stiefel runterturnte, bis sich die Konzentration nach dem letzten Abgang in einem unerwarteten, lautstarken „JA!“ nebst geballten Fäusten entlud.

 

Wir danken dem Rastatter TV für die Gastfreundschaft und die Durstlöscher beim gemeinsamen Abbau und wünschen noch eine erfolgreiche Wettkampfreihe. So kann die Saison gern weitergehen.

 

JR 

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