Besser ist nicht gut genug

Grötzinger Kunstturner unterliegen trotz Leistungssteigerung deutlich in Hohenlohe

Drei Stürze weniger als im ersten Wettkampf, aber zwei mehr als der Gegner – und letztlich wäre auch mit einem fehlerfreien Durchgang für die Turner aus der Fächerstadt kein Blumentopf zu gewinnen gewesen. Zu stark trumpfte der bereits im Vorbericht hervorgehobene wiedererstarkte Mike Hindermann auf, der mit 27 von 30 möglichen Scorepunkten nicht nur zum Topscorer der Begegnung avancierte, sondern sich mit real erturnten 75,2 Zählern Anfang August locker in die Top 20 der Deutschen Elite hätte turnen können.

 

Den Wettkampf begann der TSV wie es sich gehört mit einem Gastgeschenk (unser letztwöchiger Gegner TV Hösbach hatte es uns vorgemacht): Ausgerechnet Routinier Lazar Bratan, der mit einem stabilen Auftakt erst mal Ruhe in die Truppe bringen sollte, rutschte bei der letzten Landung seiner bis dahin famosen Bodenübung aus und beendete diese dadurch erstens bäuchlings und zweitens außerhalb der markierten Fläche. Sein Gegner ließ sich das Angebot nicht entgehen und brachte Hohenlohe 4:0 in Führung, was Mike Hindermann im nächsten Duell gegen einen erneut stabilen, aber chancenlosen Marco Richter auf 8:0 ausbaute. Anton Weiss und Ricardo Rudy konnten jedoch in den nachfolgenden Duellen ihrerseits von gegnerischen Unsicherheiten profitieren und zum 8:8 ausgleichen. 

 

Dies sollte leider der einzige badische Gerätpunkt an diesem Samstag bleiben. Zwar konnte Jens Rudat am Pauschenpferd das Auftaktduell knapp für sich entscheiden und somit den TSV sogar in Führung bringen. Aber trotz weitgehend gelungener Übungen von Ricardo, Miro Göttler und Neyén Eder bei seinem Pferddebut für die Grötzinger Bundesligamannschaft ging dieses Gerät knapp mit 6:8 an die Gastgeber. 

 

Die erwartete Niederlage an den Ringen konnte mit 5:10 erträglich gehalten werden, mit einem Halbzeitstand von 19:26 schien noch nichts verloren. Am Sprung allerdings blieben die Turner aus der Fächerstadt deutlich unter ihren Möglichkeiten, was die fehlerfrei auftrumpfenden Hohenloher zu einer 9:0 „Klatsche“ nutzten. 

 

Die TSV-Turner steckten allerdings keinesfalls auf, konnten an den verbleibenden Geräten Barren und Reck mit 5:8 bzw. 6:9 halbwegs auf Augenhöhe gegenhalten und sich somit erhobenen Hauptes aus der gut besuchten gegnerischen Halle verabschieden. Besonders erfreulich hervorzuheben sind hier die Auftritte der 19jährigen Karlsruher Youngster Julian Bertsch und Artem Fefermann, letzterer am Reck mit gelungener und in der 3. Liga selten gezeigter Tkatschev-Grätsche.

 

So kann es gern weitergehen; nun gilt es, am kommenden Samstag vor heimischen Publikum noch mal eine ähnliche Steigerung zu präsentieren, bevor es in die WM-bedingte dreiwöchige Wettkampfpause geht.  

 

JR  

 

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