Tabellenführer geärgert

 

TSV Grötzingen luchst TG Saar 2 Geräte ab

 

Nur geringe Chancen hatte man sich im Vorfeld gegen die Abordnung aus dem Saarland ausgerechnet, zumal der irische Gastturner Adam Steele dem TSV Grötzingen derzeit nicht zur Verfügung steht – weil er für die dritte Liga einfach zu gut ist und sich dieser Tage auf seinen Einsatz bei den anstehenden Kunstturn-Weltmeisterschaften in Doha vorbereitet. Sein erst 17jähriger britischer Vertreter Dominic Bigsby macht seine Sache allerdings sehr ordentlich, wie auch die einheimischen Karlsruher Kunstturner; insbesondere die tadellose Mannschaftsleistung am Pauschenpferd hätte man am vergangenen Wochenende gut brauchen können.

 

Aber trotz einer ersten Wettkampfhälfte nahe am Optimum war wie befürchtet gegen die TG Saar quasi nichts zu holen, die deutlich ihre Zweitligaambitionen unter Beweis stellte und zur Halbzeit mit 28:9 bereits scheinbar uneinholbar enteilt war.

 

Ein starker Sprungdurchgang brachte dann den ersten Ehrentreffer für die Gastgeber: Trotz insgesamt leicht geringerer Ausgangswerte konnte wie im Vorbericht gefordert durch bessere Ausführung das Gerät knapp mit 6:4 gewonnen werden.

 

Beim anschließenden Barrenturnen zeigten die Turner aus der Fächerstadt geradezu vorbildlich, weshalb man keine Angst vor hohen Tieren haben sollte, und wie man auch keine Chance durchaus nutzen kann:

 

Die gezeigten Schwierigkeiten sprachen ein deutliches Bild, mit eigenen 12,1 gegenüber gegnerischen 15,2 war der Klassenunterschied hier offensichtlich. Stabilere Ausführungen auf badischer Seite relativierten das Delta im Endwert zu einem 43,5:44,7 – und besser noch: Durch geschicktes Taktieren, insbesondere das Setzen des schwächsten eigenen Turners gegen den stärksten Gegner, konnte das Gerät nach Scorepunkten sogar gewonnen werden, und mit 9:5 gar nicht mal knapp. 

 

Hatte man zur Halbzeit noch mit einem Schlachtfest gerechnet, wurde es hinten raus tatsächlich noch einmal spannend. Das erste Reckduell ging ebenfalls verdient an die Gastgeber, so dass die Tribüne in der Arheit-Halle zu fortgeschrittener Stunde noch einmal unverhoffte Morgenluft wittern durfte.

 

Danach war es allerdings vorbei mit der Herrlichkeit, und die Hausherren gaben ihrerseits mögliche Punkte durch mehrere Fehler aus der Hand, wodurch die Gäste das Gerät wie auch den Wettkampf letztlich deutlich und zweifellos verdient gewannen. Lobend erwähnt seien an dieser Stelle die jederzeit erfolgten Anfeuerungsrufe der gegnerischen Mannschaft insbesondere für einige mit Kampf statt Technik beendete Grötzinger Übungen.

 

Die geradezu freundschaftliche Stimmung zog sich auch über den Wettkampf hinaus bis ins in Rekordzeit erfolgte gemeinsame Abbauen. Wir wünschen den Saarländern eine erfolgreiche Restsaison und prophylaktisch schon mal viel Erfolg für die Relegation – wobei ein Wiedersehen im Falle eines Scheiterns nicht das Schlechteste wäre.

 

JR