Spitzenduell in Hessen

 

Drittplatzierter empfängt Tabellenführer der 3. Kunstturnbundesliga

 

In der ungewohnten Rolle des Spitzenreiters gehen die Turner des TSV Grötzingen in die dritte Begegnung der laufenden Ligasaison. Wie für die anderen Auswärtswettkämpfe gilt auch dieses Mal: Alle Wege führen nach Norden, denn die besondere Geographie der deutschen Turnlandschaft hat die Karlsruher Kunstturner dieses Jahr in die Nordstaffel verschlagen. Trotzdem war man froh, den auf der offiziellen Homepage der Deutschen Turnliga angegebenen Wettkampfort „Petersburg“ anhand der Postleitzahl als Rechtschreibfehler identifizieren zu können – ganz so weit nördlich und vor allem östlich geht es dann doch nicht: PetersBERG in Osthessen ist die Heimstätte der KTV Fulda, die nach einer denkbar knappen Auftaktniederlage im zweiten Wettkampf einen ebenso knappen Sieg einfahren konnte.

 

Dabei zeigte sich sehr deutlich die extrem hohe Leistungsdichte der Ligastaffel: War man nach dem ersten Wettkampf noch von einem Durchmarsch der sehr starken Saarländer ausgegangen sowie einem schweren Gang für die Aufsteiger aus dem ostwestfälischen Isselhorst, konnten letztere nach Ausschöpfen ihrer kompletten Meldeliste dem aktuellen Grötzinger Gegner aus Fulda absolut auf Augenhöhe begegnen, während die TG Saar einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen musste.

 

Entsprechend ist in beide Richtungen der Tabelle noch allerhand Bewegung möglich; im schlimmsten Fall könnten die beiden nicht ganz unglücklichen Auftaktsiege des TSV also lediglich ein komfortables Polster gegen den Abstieg darstellen. Da man das Glas aber lieber als halbvoll betrachten möchte, hat sich die Riege von Turner-Trainer Lazar Bratan für das kommende Wochenende zumindest eine Bestätigung der bisherigen Leistungen vorgenommen – wobei das Königsgerät Reck gern ein bisschen besser laufen darf als am vergangenen Samstag. 

 

Dabei freuen sich die Veteranen im Team auf ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten, oder gern auch einem bekannten Alten: Yves Mattheß startete im vergangenen Jahr ebenfalls bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Ü40 und wurde Deutscher Vizemeister – hinter Lazar, Jens Rudat wurde mit angerissenem Bizeps Fünfter. Insbesondere am Pauschenpferd konnten sich alle drei Oldies in der laufenden Saison bereits in die Scorerliste eintragen und den Jungspunden zeigen, wo der Hammer hängt. Ob es heuer zu einem direkten Duell der alten Rittmeister kommen wird, und wer wen aus dem Sattel zu schubsen vermag, bleibt abzuwarten; dem Wunsch der Gastgeber nach einem verletzungsfreien Wettkampf schließen wir uns jedenfalls gern an.

 

JR