Saisonauftakt für Karlsruher Kunstturner

Weiter verjüngte Bundesligariege zu Gast in Hösbach

 

Hoffnungsfroh startet der TSV Grötzingen am kommenden Wochenende in die 50. Jubiläumssaison der Deutschen Turnliga – wobei die Turner aus der Fächerstadt zugegebenermaßen weder von Anfang an noch durchgehend dabei waren und seit dem einer massiven Verjüngung geschuldeten Abstieg Ende 2016 auch nur noch in der 3. Liga rangieren; aber der HSV ist ja auch nicht mehr erstklassig, und der FC Bayern darf seit ein paar Jahren gar nicht mehr mitturnen.

 

Ähnlich wie die Sportarten wird nun auch die Geographie durcheinandergebracht: Karlsruhe gehört in diesem Jahr zu Norddeutschland, d.h. der TSV startet in der Nordstaffel der 3. Kunstturn-Bundesliga. Lospech beschert der Riege um Turner-Trainer Lazar Bratan weite Wege nach Bochum und Gütersloh, Losglück auf der anderen Seite ermöglicht einen Saisonauftakt beim TV Hösbach in Unterfranken – und damit im Freistaat Bayern, der als einziges Bundesland noch 2 Tage später Sommerferien hatte als BaWü.

 

Beide Gegner teilen sich damit den offensichtlichen Nachteil, erst 2 Wochen vor Saisonbeginn die Hände von Sonnencreme auf Magnesia umstellen und das Körpergewicht an die Gerätenorm anpassen zu können (betrifft natürlich in der Theorie nur schulpflichtige Turner sowie turnende Eltern schulpflichtiger Kinder – aber das sind beim TSV in summazwei Drittel der Belegschaft). 

 

Die Ligakonkurrenten aus Niedersachsen, Hessen und dem Saarland haben einen satten Monat mehr Abstand zur Urlaubszeit und dürften entsprechend bereits voll im Saft stehen, die Bochumer haben zumindest 2 Wochen Vorsprung.

 

Wettkampfentscheidend im Duell der Späturlauber dürfte daher vor allem sein, welches der beiden vom Leistungspotential her ähnlich stark einzuschätzenden Teams das beim derzeitigen Trainingsstand verfügbare Übungsgut möglichst fehlerfrei abrufen kann.

 

Dies wird auf Grötzinger Seite erstmalig der 19jährige Julian Bertsch in Angriff nehmen, der im Frühjahr noch die zweite Mannschaft des TSV zurück in die Landesliga führte und dabei an allen sechs Geräten zum Einsatz kam. Gleich 48x ran muss der zweite Debütant Niko Papadopoulos (ebenfalls 19), der in Hösbach als Heimkampfrichter für Karlsruhe fungieren wird. Mit dem DTL-Kampfrichter-beauftragten Achim Vogel als Oberkampfrichter hat Niko dabei beste Aussichten auf eine kostenlose Fortbildung; zumindest an Erfahrung werden unsere Youngster in diesem Wettkampf also reichlich gewinnen können.

 

JR