Erhobenen Hauptes verloren

 

Saisonbestleistung reicht nicht zum Sieg für Karlsruher Kunstturner

 

Gegen wen sollte man tunlichst nicht antreten, wenn man die zweithöchste Punktzahl des Wettkampftages in der Ligastaffel abliefert? Bingo.

 

Die Gäste von der TG Hanauerland erwischten einen glänzenden Tag, so dass die satten 10 Punkte, die die Turner aus der Fächerstadt gegenüber dem letzten schwachen Heimauftritt draufpacken konnten, nur zu einem Achtungserfolg mit drei Gerätpunkten reichten (Gesamtergebnis in Scorepunkten 32:45). Die Steigerung des TSV Grötzingen beruhte dabei nicht unwesentlich auf der Rückkehr des „Man of Steele“ [sic]: Der irische Gastturner Adam Steele zeigte zahlreiche Höchstschwierigkeiten in exzellenter Ausführung und riss das endlich mal in adäquater Stärke angetretene Karlsruher Publikum wie auch die immer fairen Gegner zu Begeisterungsstürmen mit. 

Neben den drei Unentschieden an den Ringen, dem Sprung und dem abschließenden Reckturnen konnte auch an Boden und Barren mit 3:5 bzw. 4:8 einigermaßen gegengehalten werden. Lediglich am Pauschenpferd fiel die Niederlage mit 4:11 unangenehm deutlich aus – was Wunder, konnte hier doch der unterarmverletzte Lazar Bratan nicht antreten. An den anderen Geräten zeigte der Grötzinger Turner-Trainer durchweg hervorragende Leistungen und verlangte dem ukrainischen Gastturner Oleksii Koltakov auf der gegnerischen Seite alles ab, wodurch er letztlich Adam Steele den Topscorerplatz dieser Begegnung sicherte.

Topscorer der Herzen wurde allerdings Anton Weiss, der wenige Wochen nach seinem 18. Geburtstag vier tadellose Übungen ablieferte und damit eindrucksvoll dokumentierte, dass es in Grötzingen doch noch erfolgreiche Nachwuchsarbeit gibt. 

Am anderen Ende der Alterspyramide (beim TSV derzeit eher sanduhrförmig mit schlanker Taille zwischen Mitte 20 und Ende 30) konnte man Jens Rudat seinen verletzungsbedingten Trainingsrückstand noch deutlich anmerken, aber einem alternden Kassenpatienten gereichen drei verletzungsfreie Einsätze auch schon zur Freude. Auch Nesthäkchen Vincent Kveta (17) läuft oder vielmehr humpelt seiner Form hinterher; eine genauere Untersuchung seines lädierten Sprunggelenks erfolgt nächste Woche. Je nach Ergebnis wird Miro Göttler auf vier Geräte aufstocken müssen – viel zu tun für wenig Leute.

Ein dickes Lob geht abschließend noch an die souveräne Wettkampfleitung, die trotz der oft sehr knappen Ergebnisse (wie erwähnt gingen gleich drei Geräte unentschieden aus) jeden Einwurf der beiden Heimkampfrichter letztlich zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten ausdiskutierte und den Wettkampf dennoch zügig über die Bühne brachte. Gar nicht verkehrt war in diesem Zusammenhang auch die Vorab-Einnordung der beiden Mannschaftsführer über die Vorgehensweise bei eventuellen Wertungseinsprüchen – die die beiden dann erstmal jeweils intern miteinander absprachen, bevor das Kampfgericht behelligt wurde. Diese vorbildliche Harmonie setzte sich bis zum gemeinsamen Abbau der sieben Geräte fort.

 

Wir danken allen Beteiligten für einen schönen Wettkampfabend und wünschen der TG Hanauerland noch eine erfolgreiche Saison!

Mannschaft 2017
Mannschaft 2017

JR