Leistungsgerechtes Unentschieden dank Scoresystem 

Indiskutable Fehlerquote vereitelt „must win“ im Grötzinger Heimwettkampf gegen TG Wangen-Eisenharz

„Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“, lautet eine bekannte Weisheit – in diesem Sinne vorab ein bisschen Mathematik:

Die Durchschnittswerte der von beiden Mannschaften jeweils erturnten 24 Übungen waren auf die Nachkommastelle identisch (11,07:11,04), bzw. die Gesamtpunktzahlen wichen um nicht einmal 0,3% voneinander ab (265,85:265,10). An der Leistungsgerechtigkeit des 38:38-Unentschiedens gemäß Scoresystem kann also kein Zweifel bestehen – dies als klares Kontra an alle Gegner dieser DTL-eigenen Benotung, die sich in den vergangenen Wochen verstärkt zu Wort gemeldet haben. Neben mehr Spannung nicht nur im einzelnen Wettkampf, sondern auch für den gesamten Ligaverlauf ermöglicht dieser besondere Modus eben oft auch mehr Gerechtigkeit; nach konventioneller Bewertung wäre dieses Remis nicht möglich gewesen.

Ein weiterer Blick in die Statistik ist ebenfalls aufschlussreich: Die Standardabweichung obiger 24 Darbietungen fällt bei den Karlsruher Kunstturnern mit 1,38 Punkten erheblich höher aus als beim Allgäuer Gegner (0,82). In der Übersetzung Mathe-Deutsch erkennt der Außenstehende, was für die leider viel zu wenigen Zuschauer in der Emil-Arheit-Halle auch ohne höhere Rechenkünste klar ersichtlich war: Während die Grötzinger Leistungen zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt schwankten (mit Extremwerten von 6,95 bis 13,1 Punkten), präsentierte sich die Gastriege weitgehend unspektakulär (nur eine Wertung >12), aber deutlich konstanter und mit beeindruckender mannschaftlicher Geschlossenheit.

Entsprechend feierte die TG Wangen-Eisenharz zu Recht diesen Teilerfolg wie einen Sieg – ein großes Dankeschön, dass die resultierende Euphorie zur tatkräftigen Mithilfe beim Hallenabbau umgesetzt wurde!

Die Turner aus der Fächerstadt hingegen werden nun in der vermeintlichen Sommerpause alle Hände voll zu tun haben, die im Training durchaus erkennbaren Fortschritte gegenüber der letzten Saison endlich auch in zählbare Ergebnisse umzusetzen; ohne den sehr kurzfristig eingesprungenen Schweizer Gastturner Tobias Stöckli wäre bislang vermutlich nicht einmal ein Gerätepunkt drin gewesen.

 

Gastturner aus der Schweiz: Tobias Stöckli
Gastturner aus der Schweiz: Tobias Stöckli

Ein Testwettkampf auf halber Höhe, spätestens aber ein paar Wochen vor der „Rückrunde“ wäre sicher nicht die schlechteste Idee. Im Moment muss man leider konstatieren, zum vorzeitigen Saisonbeginn von den eigenen Ansprüchen noch ein gutes Stück entfernt gewesen zu sein.

 

JR