3. Liga, 4. Wettkampf, 5 Turner……6 Punkte Rückstand, 7. Platz

 

Irgendwas hat die Karlsruher Kunstturnriege an sich, das den Gegner motiviert: Zum vierten Mal in Folge zeigten die Grötzinger Gegner ihre über den bisherigen Saisonverlauf gesehen mit Abstand beste Leistung ausgerechnet gegen die Turner aus der Fächerstadt.

 

Zum Saisonauftakt ist das natürlich unvermeidlich, beim zweiten Mal vielleicht noch Zufall, aber so langsam wird es unheimlich – und vor allem ärgerlich, denn einmal mehr schlug sich die Truppe um Turner-Trainer Lazar Bratan wacker, aber es hatte eben nicht sollen sein. 

 

Die TSG Backnang lief insbesondere in der zweiten Wettkampfhälfte zu absoluter Hochform auf und verbesserte sich dort gegenüber letztem Samstag um über 10 Punkte.

 

Den eigentlichen Tiefschlag gab es aber schon vor der Begegnung: Vincent Kveta, im vergangenen Jahr noch gefeierte Nachwuchshoffnung des TSV Grötzingen, als damals erst 16jähriger z.T. an allen sechs Geräten unterwegs und durchaus auch mit dem einen oder anderen Scorepunkt bedacht (wohlgemerkt noch in der 2. Bundesliga!), hat die Riemchen an den Nagel gehängt.

 

Die fernmündliche Absage für die anstehende Begegnung erreichte die am Treffpunkt vergeblich wartenden Turner unmittelbar vor Abfahrt nach Backnang. 

 

Vinnie, falls Du das hier lesen solltest: Lass es bitte nicht so enden! 

 

Die Anreise wurde jedenfalls bei allem Frust konstruktiv genutzt, um aus den verbleibenden Restbeständen das verfügbare Übungsgut zusammenzukratzen, so dass wenigstens vier Turner an jedes Gerät geschickt werden konnten. 

 

Angesichts dieser Voraussetzungen machte die badische Delegation ihre Sache im Schwabenland ausgesprochen ordentlich und hatte die Gastgeber zur Halbzeit tatsächlich im Griff – Rest siehe oben.

 

Ein dickes Lob geht an das glänzend aufgelegte Backnanger Publikum, dass das letzte Aufbäumen des direkten Abstiegsgegners am Reck nicht nur sportlich fair beklatschte, sondern den seltenen Dreifachsalto unseres britischen Gastturners Gabriel Hannah geradezu frenetisch bejubelte. 

 

Die abwechslungsreiche Moderation mit den unterhaltsamen Spontaninterviews nach den Duellen tat ein Übriges, um diesen bis zur letzten Übung spannenden Wettkampf zu einer absoluten Werbeveranstaltung für das Kunstturnen im allgemeinen und den Ligabetrieb im Besonderen zu machen.

 

Eine tadellose Kampfrichterleistung und eine herausragende Futterkrippe machten noch die Sahne auf den Kuchen. Was leider nach wie vor zum Grötzinger Glück fehlt, ist der erste Sieg… 

 

JR