Auftaktniederlage für Grötzinger Kunstturner

TSV Grötzingen/Weingarten verpasst Siegchance im ersten Wettkampf

 

Mit 37:53 Scorepunkten musste sich die badische Delegation zum vorgezogenen Saisonauftakt der 3. Kunstturnbundesliga beim TSV Monheim II geschlagen geben. Nachdem von 15 gemeldeten Turnern lediglich acht die Reise zum ersten Wettkampf antreten konnten, musste damit gerechnet werden; es hätte trotzdem deutlich spannender werden können.

 

Am Boden hatten vor allem die jungen Karlsruher Talente Probleme mit der extrem guten Bodenfläche (im Anschluss fand an Ort und Stelle noch die Erstligabegegnung der ersten Monheimer Mannschaft gegen den mehrfachen Deutschen Meister aus Stuttgart statt; hier ist der so genannte „Moskau-Boden“ obligatorisch):

Zahlreiche Standunsicherheiten sowie insgesamt drei Abzüge wegen Übertretens der 12x12m Bodenumrandung waren die Folge.

 

Letzteres traf auch Routinier Lazar Bratan, der allerdings die ungewohnte Federkraft besagter Fläche zum ersten Doppelsalto seit gut fünf Jahren nutzte und unter anderem deshalb als einziger Turner seiner Mannschaft punkten konnte – 3:9 am ersten Gerät, das hatte man sich anders vorgestellt.

 

Ein herausragendes Ergebnis hingegen konnten die Turner aus der Fächerstadt am Pauschenpferd abliefern:

Ohne den Unterarm-verletzten Lazar, dafür mit dem quasi in letzter Minute nachgemeldeten Sven Gerbe, Pferdeflüsterer Jens Rudat, dem Schweizer Gastturner Tobias Stöckli sowie einem gegenüber dem Vorjahr klar verbesserten Miro Göttler konnte dieses Gerät deutlich mit 10:5 gewonnen werden.

 

An den Ringen hingegen war die Grötzinger Gegenwehr überschaubar:

Nur dank eines unfreiwilligen Geschenkes der Monheimer konnte das Gerätergebnis mit 10:12 wesentlich knapper gestaltet werden, als es die tatsächliche Leistungsfähigkeit erwarten lassen durfte.

 

Mit 23:26 ergab sich so zur Pause ein absolut spannendes Halbzeitergebnis.

 

Am Sprung ging es insgesamt recht ausgeglichen weiter:

Lazar und Tobias konnten ihre Duelle gewinnen, während Miro und Anton Weis zwar deutlich verloren, aber immerhin ihre Bundesligadebuts an diesem Gerät sicher auf die Füße brachten;

ein dickes Lob an dieser Stelle an den erst 17jährigen Anton, der seinen Alters- und Trainingsgenossen Vincent Kveta nach dessen zum Glück folgenlosen, aber dennoch üblen Trainingssturz sehr kurzfristig ersetzen musste. Mit 6:8 gab es eine knappe Niederlage zum immer noch aussichtsreichen 29:34-Zwischenstand.

 

Diesen konnte der erneut überzeugende Sven Gerbe im ersten Barrenduell auf 31:34 verkürzen, und die vermeintlich stärksten beiden badischen Barrenübungen standen ja noch aus.

 

Aber hier war dann leider Ende der Fahnenstange:

 

Von den verbleibenden sieben Grötzinger Übungen endeten drei mit einem „verstürzten“ Abgang und zwei weitere, offenkundig aus Angst vor selbigem, ohne einen solchen.

15:0 Scorepunkte in Folge für die Gastgeber waren die Konsequenz, und auch wenn am Reck noch mal 6 Zähler auf badischer Seite dazu kamen, war der finale Monheimer Sieg letztlich dann eben auch in dieser Höhe verdient.

 

Hier wäre mehr drin gewesen.

Es bleiben nun vier Wochen Zeit bis zum ersten Heimwettkampf, um den Substanzverlust auf der Zielgeraden aufzuarbeiten und ein hoffentlich besseres Finish zu präsentieren.

 

Die insgesamt erzielte Punktzahl von 271,40 im ersten Wettkampf nach neuen Wertungsvorschriften machen jedenfalls Mut, dass die Mannschaft in der dritten Bundesliga wird bestehen können.

 

 JR