Karlsruher Kunstturner klären Klassenerhalt

 

Späte Ehrentreffer beim Tabellenführer

 

Einmal mehr ärgerte die gegnerische Mannschaft die Turner aus der Fächerstadt mit einer unglaublichen Leistungssteigerung gegenüber dem vorherigen Wettkampf: Nach Wangen-Eisenharz (+ 16,15 Punkte), Hanauerland (erträgliche + 4,0) und Backnang (+ 9,65) stockten die Kirchheimer um satte 14,4 Punkte auf, so dass man sich auf Karlsruher Seite gar nicht adäquat über die zum Teil haarsträubenden eigenen Fehler an den ersten drei Geräten zu grämen vermochte.

 

Auch bei Bestleistung wäre hier nichts zu holen gewesen, ebenso wenig am Sprung, wo die Hausherren ebenfalls deutlich ihre Ambitionen zum Aufstieg in die 2. Bundesliga unterstrichen. Einen Strich durch die Rechnung machen kann ihnen hier nur, dass alle Grötzinger Gegner im anschließenden Wettkampf wieder deutlich abfielen – das als Warnung vor dem faktischen Finale der Kirchheimer bei der TG Hanauerland. 

 

Eine Ausnahme von der Regel bildeten im Verlauf der Saison lediglich die Turner des USC München, die als einzige gegen uns schlechter turnten als zuvor und nun folgerichtig mit dem Rücken zur Wand am nächsten Samstag in ihr Abstiegsfinale gegen Backnang treten – wer immer bei der DTL den Wettkampfplan für die laufende Saison erstellt hat, spannender hätte man es nicht machen können.

 

Aber zurück zum eigentlichen Geschehen, respektive dem finalen Aufbäumen des letztjährigen Zweitligaabsteigers gegen den potentiellen Aufsteiger: 

 

Nach vier Geräten war der Wettkampf mit einem vernichtenden 14:49-Zwischenergebnis eigentlich schon unter „ausbaufähig“ verbucht, ausschließlich der einmal mehr glänzend aufgelegte irische Gastturner Adam Steele hatte bislang für Grötzingen punkten können. 

 

Da konnte am Barren doch noch Altmeister Lazar Bratan den Bann brechen und trotz (böse Federn schreiben "wegen") Verzichts auf seinen Doppelsalto-Abgang einen Zähler auf das badische Konto verbuchen. Anton Weiss hielt seinen Gegner gut genug in Schach, so dass dieses Gerät unerwartet unentschieden endete. 

 

Beim abschließenden Reckturnen gab es nun für beide Mannschaften nichts mehr zu verlieren (die parallele Münchner Niederlage und der damit gesicherte Grötzinger Klassenerhalt waren zwischenzeitlich durchgesickert), und dem begeisterungsfähigen Publikum wurde am Königsgerät noch eine feine Flugshow geboten: 

 

Nach einem munteren Schlagabtausch zwischen Felix Pohl und Lazar in einem Duell, das zu Recht keinen Verlierer fand, verflog Anton denkbar knapp seinen Gienger-Salto und landete unsanft auf der Matte – es wäre die Wettkampfpremiere eines Flugelements für ihn gewesen. 

 

Letztere gelang dafür im Anschluss Vincent Kveta, der hierdurch unverhofft 3 weitere Punkte auf sein Scorerkonto buchen konnte – der verdiente Lohn nach zwei extrem kurzfristigen Einsätzen für die angeschlagenen Miro Göttler und Jens Rudat an Sprung und Barren. 

 

Der krönende Abschluss des Wettkampfes blieb „The Man of Steele“ vorbehalten, der sich mit weiteren 4 Scorepunkten einmal mehr die Topscorer-Krone aufsetzen, vor allem aber seiner Mannschaft den Sieg an diesem Gerät sichern konnte.

 

Ein abschließendes Dankeschön geht an das rekordverdächtig schnelle und (wichtiger!) korrekte Kampfgericht, die kurzweilige Wettkampfleitung sowie an den Gegner für das faire Mitfiebern bei allen gezeigten Übungen – letzterem viel Erfolg im Hanauerland und beim Relegationswettkampf zur 2. Bundesliga; eine unschlagbare Mannschaft weniger wäre für uns schon mal ein guter Anfang für die Saison 2018.

 

JR