Erster Saisonsieg als klares Ziel 

Grötzinger Kunstturner gehen als Favorit in die erste Heimbegegnung

Am kommenden Samstag empfängt der TSV Grötzingen/Karlsruhe in der heimischen Emil-Arheit-Halle die Allgäuer Turngemeinschaft TG Wangen-Eisenharz zum ersten Heimwettkampf in der laufenden Drittligasaison.

Auf dem Papier sprechen die Ergebnisse der jeweils ersten Begegnungen der Kontrahenten eine deutliche Sprache: Über 20 Punkte Differenz im Fernduell zugunsten der Grötzinger lassen ein klares Ergebnis erwarten.

Aber erstens kommt Hochmut bekanntlich vor dem Fall, und zweitens lassen sich im Kleingedruckten des Allgäuer Wettkampfprotokolls zahlreiche Indizien dafür erkennen, dass von einem Selbstläufer oder gar Spaziergang keinesfalls ausgegangen werden kann:

Zunächst fallen zwei Penalties an Pferd und Ringe auf, d.h. drastisch reduzierte Bewertungen der Ausführung wegen zu geringer Elementezahl – vermutlich geschuldet einer Nichtanerkennung gezeigter Schwierigkeiten. Und auch sonst scheinen die Allgäuer keinen sonderlich stabilen Durchgang hingelegt zu haben; extrem hohe Abzüge ziehen sich durch alle Übungen.

Die Ausgangswerte hingegen, also die präsentierten Schwierigkeiten, liegen insgesamt sogar höher als die der Karlsruher Kunstturner im ersten Wettkampf – trotz der oben postulierten Nichtanerkennungen.

Da sich in der verbleibenden Trainingszeit natürlich nicht spontan die eine oder andere Schippe drauf legen lässt, sind die Turner aus der Fächerstadt gut beraten, konzentriert zu Werke zu gehen und ihre vor allem in der Endphase des ersten Wettkampfes zu hohe Fehlerquote noch weiter nach unten zu drücken.

Dabei muss Turner-Trainer Lazar Bratan auf Team-Oldie Jens Rudat verzichten, der sich bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften vor zwei Wochen die Bizepssehne angerissen hat und hier ausgerechnet an seinem Paradegerät Pauschenpferd nicht mehr antreten konnte. Dortselbst zeigte Lazar, ebenfalls armverletzt, eine respektable Leistung und konnte sich nach mehreren Titeln in der Ü35 nun erstmals auch in der Ü40 zum Deutschen Meister krönen lassen – und sich damit zum Ersatzreiter aufschwingen. Jens‘ Platz an den Ringen wird Sven Gerbe einnehmen, der sich von seiner Schultereckgelenksprengung Ende letzten Jahres leidlich erholt hat.

Wir können uns also auf eine spannende Begegnung freuen, zu der wir unseren Gästen eine staufreie Anreise wünschen sowie allen Beteiligten ein zahlreich vertretenes Publikum.

JR