Zweites Endspiel für Karlsruher Kunstturner

 

Vorentscheidendes Kellerduell gegen USC München mit alten Bekannten

 

„Karlsruhe gegen München“, das lockte in der Saison 2008/2009 zum letzten Mal Zuschauer ins Wildparkstadion (wen’s interessiert – 0:1 hieß es am Ende). 

 

Ebenfalls 2009 hätten die Karlsruher Kunstturner auf den FC Bayern treffen können, der nach einem „Betriebsunfall“ im Vorjahr eine Saison in der 2. Bundesliga verbringen musste. Die ohnehin südlastige deutsche Turnlandschaft bewirkte aber, dass just dieser ungewohnte Gast die Südstaffel bereits auf acht Mannschaften auffüllte und Karlsruhe somit erstmalig in der Nordstaffel antreten musste.

 

Acht Jahre später finden sich Turner wie Fußballer aus der Fächerstadt in der Drittklassigkeit wieder – und jammern damit noch auf hohem Niveau: Denn in München wurden den Turnern zum Jahreswechsel 2013/2014 die Lichter gleich ganz ausgeknipst, der bekanntermaßen klamme FC Bayern konnte sich diese kostspielige Randsportart beim besten Willen nicht mehr leisten (dass der Manager dieses gemeinnützigen Vereins nur wenige Monate später seiner finanziellen Machenschaften wegen hinter Gitter musste, ist wohl eine Ironie der Geschichte).

 

Dass die bayerische Landeshauptstadt trotzdem noch im selben Jahr (wieder) in der Deutschen Turnliga vertreten war, ist unter anderem das Verdienst des Karlsruher Hochschul-Alumnus Thomas Ottnad:

 

Auf Augenhöhe mit anderen berühmten ersten Sätzen wie „Am Anfang war das Wort“ oder „Ich bin nicht Stiller“ rangiert „Eine ursprünglich aus einer Kneipentour entstandene Idee wurde Mitte des Jahres Realität“ – kann man eine Mannschaftschronik epischer beginnen?! 

 

Das Konterfei des Genannten hat entsprechend nach wie vor seinen Ehrenplatz auf dem historischen Gruppenbild der Studentengruppe im Grötzinger Sportprogramm – Seit an Seit mit Mauno Schelb, der während Studium und Promotion viele Jahre die Bundesligamannschaft des TSV Grötzingen verstärkt hat und nun ebenfalls für den USC München am Start ist.

 

Und so wird trotz aller Abstiegssorgen auf beiden Seiten und der verheerenden Personalnot des Gastgebers die Gewissheit überwiegen, dass es spätestens am siebten Gerät keinen Verlierer mehr geben wird. 

 

Wir wünschen dem USC eine staufreie Anreise und allen Beteiligten eine gut gefüllte Halle.

 

JR